BRUNO KREISKY FORUM "Die Arbeiterzeitung" - 11/28/2018

7:00 PM
12:00 AM

1918-2018. DAS ROTE JAHRHUNDERT
kuratiert von Robert Misik

Mittwoch 28. November 2018, 19.00 Uhr

GLANZVOLLE JAHRE, INTELLEKTUELLES FLAIR

Die "Arbeiterzeitung" als Flaggschiff des österreichischen Qualitätsjournalismus

Gespräch mit
Peter Pelinka, Journalist und Medienberater
Alexandra Stanic, Journalistin und Fotografin
Christa Zöchling, Journalistin und Publizistin

Moderation:
Robert Misik, Autor und Journalist

Die Geschichte der österreichischen Sozialdemokratie ist eng mit ihrer Publizistik verbunden – und die setzte intellektuelle Standards, die lange Zeit prägend für den Stil der österreichischen Linken waren. Victor Adler gelang es mit einer Zeitung, der „Gleichheit“ nämlich, die Arbeiterbewegung zu einen, und sehr bald gründete er mit der „Arbeiterzeitung“ ein Tagblatt, das nicht nur ins Proletariat als Propagandainstrument wirken sollte, sondern dessen Anspruch es war, das führende Qualitätsblatt des Landes zu werden.
Gerade das liberale städtische Bürgertum sollte gleichsam gezwungen werden, die AZ zu lesen – einfach, weil sie die beste Zeitung ist. Dieser Anspruch war prägend: während der Monarchie, in der ersten Republik und auch noch zu Beginn der Zweiten Republik. Für diese Zeitung arbeiteten die führenden Denker und Schriftsteller und Journalisten des Landes, wie Hermann Bahr, Max Winter, Friedrich Austerlitz, Oscar Pollak, Barbara Coudenhove-Kalergi und viele andere.
1991 wurde die AZ eingestellt. Sie hatte ihre besten Tage längst hinter sich, aber sie prägte noch immer eine neue Autorengeneration mit hohen Ansprüchen an sich selbst. Diese Protagonisten sind bis heute Schlüsselfiguren der zeitgenössischen Publizistik. Aber progressive Publizistik ist heute in einer Identitätskrise, man weiß nicht recht, was das überhaupt noch sein kann – und außerdem in der Defensive.

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